Um den besonderen Gegebenheiten kleiner und mittlerer Handwerksbetriebe Rechnung zu tragen, hat die Arbeitsgemeinschaft der Wert ermittelnden Betriebsberater im Handwerk (AWH) in Anlehnung an die Ertragswertmethode ein Bewertungsverfahren entwickelt, das insbesondere folgende Besonderheiten berücksichtigt:
die starke Beeinflussung der Ertragslage durch die Inhaberpersönlichkeit
die finanziellen Gestaltungsoptionen durch Haftungsverflechtung von Privat- und Betriebsvermögen
die mangelnden betriebswirtschaftlichen Planungsmethoden
das begrenzte Budget für den Bewertungsaufwand
Vorgehensweise:
Die Gewinne der letzten vier Jahre werden ermittelt
Bereinigung der Gewinne um außerordentliche Erträge und Aufwendungen
Berücksichtigung von kalkulatorischen Unternehmerlohn, kalkulatorischer Miete usw.
Korrektur überhöhter bzw. zu geringer Geschäftsführergehälter, Ehegattengehälter usw.
Gewichtung der einzelnen Geschäftsjahre
Ermittlung von acht Risikofaktoren eines inhabergeführten Handwerkunternehmens:
- Personenabhängigkeit
- Branchenkonjunktur
- Produkt- und Leistungsangebot - Kundenabhängigkeit
- Standort- und Wettbewerb
- Personalstruktur
- Betriebsausstattung
- Besondere betriebsspezifische Risiken
- Inhaberabhängigkeit
Die Risikofaktoren werden zusammen mit einem Basiszins (Zinssatz für risikoarme Anlagen am Kapitalmarkt) zu einem Kapitalisierungszinssatz zusammengefasst.
Das AWH-Verfahren führt durch die Berücksichtigung von speziellen Risikofaktoren damit zu einem realistischen Wert von inhabergeführten Handwerksunternehmen.



Bewertungsverfahren AWH-Standard