Praxisbeispiele

Kein Problem bei der Finanzierung

"Da beim StartGeld die KfW Mittelstandsbank eine achtzig prozentige Haftung gegenüber der Hausbank übernimmt, brauchte ich keine Bürgschaft oder andere Art der Sicherheit vorzulegen, das war ein wichtiger Grund, mich für diesen Kredit zu entscheiden."

Lena Windus
Kosmetikinstitut Belle Vue


Frau Windus, Ihre ehemalige Chefin hat Ihnen ihr Institut für Ganzheitskosmetik zum Kauf angeboten.
Sie haben sich für die Übernahme entschieden?

Windus: Ja, denn schon während meiner Ausbildung zur staatlich geprüften Kosmetikerin war klar, dass ich mich irgendwann selbstständig machen will.
Das Institut kenne ich bereits seit meiner Ausbildung, denn hier habe ich zuerst mein Praktikum gemacht, das zur Ausbildung gehörte, und danach habe ich hier angefangen zu arbeiten. Meine Vorgängerin pendelte da bereits zwischen Toulouse und dem Raum Hannover. Zwei Wochen lebte sie hier, zwei Wochen in Frankreich bei ihrem Partner und es stand zur Diskussion, dass sie irgendwann ganz geht.
Doch dann kam ihre Entscheidung recht plötzlich und sie bot mir das Institut an. Ich wollte hier auf jeden Fall weitermachen und wusste, eine solche Chance bekomme ich nur einmal und so bin ich mehr oder weniger ins kalte Wasser gesprungen.

Wie kalt war das Wasser?

Windus: Ich hatte meine Chefin ja bereits vertreten, wenn sie in Frankreich war und dadurch habe ich schon Einblicke ins Unternehmen bekommen, die ich als normale Angestellte so nicht bekommen hätte. Die Buchführung hatte ich in diesen Zeiten übernommen, habe mich um die Bestellungen gekümmert, die Auszubildende betreut, Termine geplant und alles was sonst so im Unternehmen anfällt. Von daher war es nicht eiskalt.

Das heißt, das Unternehmen und die Arbeitsabläufe kannten Sie bereits gut. Wie haben Sie die Übernahme vorbereitet?

Windus: Ich habe viel Unterstützung von einem Bekannten, der Unternehmensberater ist, bekommen und ich war auf dem Gründertag der IHK Hannover. Hier habe ich ganz konkret Veranstaltungen zum Thema Businessplanerstellung und Bankgespräch besucht.

Im Zuge der Bankgespräche, die ich später geführt habe, bekam ich auch noch einige Tipps. Und natürlich viel Hilfe und Unterstützung von der Familie und vom Partner.

Sie haben das Institut gekauft.
Wie wurde die Kaufsumme ermittelt?

Windus: Ich habe das Inventar gekauft, die Depotware und den Kundenstamm. Die Immobilie gehörte nicht dazu, die ist gepachtet. Wie der Wert des Unternehmens im Einzelnen berechnet wird, kann ich ihnen nicht in Prozenten auflisten. Eine Grundlage dabei stellen die Umsätze der vergangenen drei Jahre des Unternehmens dar. Ich weiß, dass bei der Ermittlung des Wertes des Kundenstammes, keine Rücksicht darauf genommen wurde, dass Stammkunden eventuell gehen könnten aufgrund der Übernahme. Weil es ja auch ein bisschen an dem neuen Besitzer liegt, ob er die Stammkundschaft hält oder nicht. In meinem Fall war es außerdem unwahrscheinlich, dass Kunden mit meiner ehemaligen Chefin mitgehen, da sie ja nach Frankreich zog. Ich hatte zwar damit gerechnet, dass es den einen oder anderen Kunden gibt, der sagt, ich komme jetzt nicht mehr, aber das ist weitestgehend ausgeblieben.

Haben Sie den Kaufpreis verhandelt?

Windus: Nein, wir haben den nicht verhandelt. Meine Chefin hat mir von Anfang an ein sehr faires Angebot gemacht und da ich Einsicht in das Unternehmen und seine Zahlen hatte, konnte ich das gut beurteilen. Und ich wusste auch, was hier in den letzten Jahren investiert wurde. Das Institut ist relativ groß, mit zwei Kabinen, einer kompletten Kücheneinrichtung und einem komplett ausgestatteten Verkaufs- und Empfangsbereich.

Die Kaufsumme haben Sie dann mit einem Kredit finanziert. Wie sind sie dabei vorgegangen?

Windus: Ich hatte einen Termin bei meiner Hausbank, der Sparkasse Hannover, gemacht. Die haben extra ein Gründercenter und da habe ich erfahren, dass ich erstmal ein Konzept erstellen musste. Also schreiben, was ich genau vorhabe und auch eine Finanzplanung erstellen. Das Grundkonzept habe ich alleine geschrieben. Doch bei der Finanzplanung hat mir der Unternehmensberater geholfen.

Bei dem Bankgespräch sind wir gemeinsam, der Mitarbeiter der Sparkasse und ich, das Konzept durchgegangen. Er hat mir noch einige Fragen dazu gestellt und dann sind wir die Möglichkeiten der Kredite durchgegangen. Hierbei stellte sich das KfW-StartGeld als attraktivste Möglichkeit für mich heraus.

Und Sie haben sich dann direkt für das StartGeld der
KfW Mittelstandsbank entschieden?

Windus: Es gab für mich auch die Möglichkeit einen Kredit von der Hausbank zu bekommen. Dann hätte ich allerdings eine Bürgschaft hinterlegen müssen und das wollte ich eigentlich nicht. Ich hatte mir vorgenommen, alles aus eigener Kraft zu schaffen, also ohne die Mithilfe meiner Eltern oder jemand anderem.

Da beim StartGeld die KfW Mittelstandsbank eine achtzig prozentige Haftung gegenüber der Hausbank übernimmt, brauchte ich keine Bürgschaft oder andere Art der Sicherheit vorlegen, das war ein wichtiger Grund, mich für diesen Kredit zu entscheiden. Der effektive Jahreszins liegt bei 6,9%, was in meinen Augen ein faires Angebot der Bank darstellt.
Ein weiterer Vorteil ist, dass ich zwei Jahre tilgungsfrei bin. Das heißt, in den ersten zwei Jahren zahle ich nur die Zinsen für den Kredit und erst nach zwei Jahren fange ich mit der Tilgung an. Der Kredit ist auf eine relativ lange Zeit festgelegt, sodass die Beiträge tragbar sind, auch wenn’s mal nicht so gut laufen würde.