Dr. Thorsten Fröhlich
art + bijou Dr. Fröhlich GmbH

Herr Dr. Fröhlich, Sie haben 2007 ein Ladengeschäft, inklusive Galerie und Werkstatt für Einrahmungen, und den Kleinverlag art + bijou übernommen. Wie haben Sie "Ihr" Unternehmen gefunden?
Dr. Fröhlich: Ich habe circa ein halbes Jahr gesucht. Ich bin ganz gezielt an Unternehmensbörsen gegangen, wo Unternehmen gekauft und verkauft werden. Ich habe auch mit Unternehmensberatern gesprochen, die sich auf den Verkauf und die Vermittlung von Unternehmen spezialisiert haben. Über die Webseite der IHK-Köln bin ich dann auf "nexxt-change" gestoßen.
Wie funktioniert die Unternehmensbörse "nexxt-change" der Initiative Unternehmensnachfolge?
Dr. Fröhlich: Ich habe zwei Dinge hier gemacht. Zum einen habe ich ein Inserat aufgegeben und gleichzeitig habe ich geguckt, was im Angebot ist.
War art+bijou das einzige Angebot, das für Sie in Frage kam?
Dr. Fröhlich: Nein, es gab zwei vergleichbare Unternehmen, und ich habe auch mit beiden Kontakt aufgenommen. Das heißt, Sie melden sich auf ein Angebot über diese Börse im Internet und Ihre Kontaktdaten werden dann weitergegeben an den Inserenten und der setzt sich dann mit Ihnen in Verbindung.
Doch bei dem Einen hat sich schon im telefonischen Vorgespräch gezeigt, dass es wahrscheinlich nicht das Richtige ist.
Was waren Ihre Kriterien für das "richtige" Unternehmen?
Dr. Fröhlich: Die Art des Unternehmens. Eines, bei dem ich auch meine künstlerischen Ambitionen ausleben konnte, war natürlich ein Kriterium. Und die Region konnte ich auch in der Suchmaske der Unternehmensbörse „nexxt-change“ eingrenzen.
Im ersten Gespräch haben wir uns dann über die Umsatzgröße verständigt und die Kaufpreisvorstellungen. Also sind die jenseits des eigenen Budgets oder liegen die in der gleichen Größenordnung? Bei art+bijou passte das und die Chemie zwischen dem Verkäufer und mir stimmte auch.
Gab es eine Übergangsphase, nachdem Sie das Unternehmen gekauft haben?
Dr. Fröhlich: Die dauert sogar noch an - Der Vorbesitzer steht mir 60 Stunden im Monat als Berater zur Verfügung.
Auch wenn Sie sagen, die Chemie zwischen Ihnen und dem Vorbesitzer stimme. Haben Sie diese beratende Tätigkeit vertraglich geregelt?
Dr. Fröhlich: Ja, denn auf diese Beratung musste ich mich verlassen können, da mir die Branche fremd war. Im ersten Jahr hatte er also keine Möglichkeit auszusteigen. Außerdem ist klar, dass ich die Aufgaben bestimme, die er neben der Beratung übernimmt. Dadurch könnten Konflikte entstehen - aber bisher ist das nicht geschehen.
Wozu raten Sie anderen Unternehmern, die ebenfalls eine Nachfolge antreten wollen?
Dr. Fröhlich: Ja, also ich würde auf jeden Fall sehr konservativ planen und eine betriebswirtschaftliche Jahresplanung machen, die wirklich alle Eventualitäten im negativen Sinne beinhaltet. Wenn sie ein Unternehmen übernehmen aus dem Einzelhandelsbereich ist davon auszugehen, dass die Umsätze erstmal einbrechen werden. Das ist eine Erfahrung, die ich auch mit Freunden teile, die auch Unternehmen übernommen haben.



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