Praxisbeispiele

Traum erfüllt: eine eigene Hausarztpraxis

"Ich war überrascht, wie viel Praxen auf dem Markt sind. Aber das meiste waren Praxen, die sehr unwirtschaftlich waren."

Diesen Beitrag können Sie auch hören:


Nachdem Antonius Hoffmann seine Facharztprüfung in der Tasche hatte, entschloss er sich, eine Praxis zu übernehmen. Seine feste Anstellung als Assistenzarzt bot ihm wenig Perspektive für die Zukunft und eigentlich träumte er schon länger davon, eine eigene Praxis zu führen.

O-Ton

Ich wollte immer Landarzt werden. Mein Traum war, Landarzt zu werden, früher. Dann habe ich aber gesehen, wie die Leute arbeiten, wie viel die arbeiten, und eigentlich wollte ich ja Raum für die Familie haben.

Und da es den in einer Landarztpraxis nicht gab, sollte die Praxis dann doch in der Stadt liegen. Als erstes besuchte Antonius Hoffmann Seminare der kassenärztlichen Vereinigung, um zu erfahren, welches die wichtigsten Schritte sind und was er beachten muss. Er wurde in die Geheimnisse der Kassenabrechnung eingeführt und bekam Hinweise über Finanzierungs- und eventuelle Fördermöglichkeiten. Er studierte die Ärzteblätter und schaltete selbst Annoncen, um eine geeignete Praxis zu finden.

O-Ton

Ich war dann überrascht, wie viel Praxen auf dem Markt sind eigentlich. Aber das meiste waren dann Praxen, die entweder sehr unwirtschaftlich waren oder die Kollegen hatten dermaßen hohe Vorstellungen, das waren dann auch so die Ladenhüter.

Etwa 20 Praxen sah Antonius Hoffmann sich genauer an. Besonders wichtig war die BWA, die betriebswirtschaftliche Aufstellung. Sie zeigte, welche Kosten bisher angefallen waren und ob man von den Einnahmen leben und eine Familie ernähren konnte. Er wurde fündig: Eine internistische Hausarztpraxis am Stadtrand, gut bürgerliche Wohnlage - vom Traum einer Landarztpraxis nicht so weit entfernt. Die BWA stimmte und auch der Kaufpreis. Allerdings war die Ausstattung nicht mehr auf dem neuesten Stand. Ein paar dekorative Veränderungen waren nötig, eine moderne EDV fehlte und einige medizinische Geräte mussten angeschafft werden. Die Investitionskosten waren genauso hoch wie der Kaufpreis. Antonius Hoffmann finanzierte dies zu einem Teil über seine Hausbank und zu einem Teil über die KfW-Mittelstandsbank.

Von dem Entschluss eine Praxis zu übernehmen, bis zu dem Tag, als sein Name am Praxisschild zu lesen war, vergingen fast zwei Jahre. Und dann lief es gut und schnell an:

O-Ton

Meine Zahlen waren etwas schlechter, als die des Vorgängers, aber das zweite Quartal war dann schon genauso wie beim Vorgänger. Aber ich hab’ auch mit weniger kalkuliert. Also ich hab’ nicht mit den gleichen Summen kalkuliert, was er hatte vorher, sondern ich hab’ mit ein bisschen weniger kalkuliert und auch das hier auf den Haushalt bezogen, so dass wir noch davon leben können.

Antonius Hoffmann erweiterte das Angebot der Praxis ein wenig, zum Beispiel bietet er auch Akupunktur an, er verlängerte die Sprechzeiten und dann suchte er wieder, diesmal einen Partner.

O-Ton

Die ersten anderthalb Jahre sind so gut gelaufen, dass ich entweder die Praxiszeiten hätte erweitern müssen oder ich hätte bremsen müssen und sagen müssen, ich nehme keine Patienten mehr an.

Diesen Beitrag können Sie auch hören: