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Alexandra Knauer

Vor über 40 Jahren gründeten die Eltern von Alexandra Knauer die Wissenschaftliche Gerätebau Dr. Knauer GmbH. Sie stellt Labormessgeräte her, mit denen Flüssigkeiten auf ihre Inhaltsstoffe analysiert werden können. Alexandra Knauer machte eine Ausbildung zur Wirtschaftskorrespondentin und studierte Betriebswirtschaft. Und eigentlich hatte sie nie vor, in das Unternehmen ihrer Eltern einzusteigen,
O-Ton
... weil an sich meine Eltern ein abschreckendes Beispiel immer waren. Die haben ihr Leben lang sehr viel gearbeitet und dann auch sehr viel Einschränkungen in Kauf genommen, um eben ihre Firma dann auch erfolgreich zu führen. Und so viel arbeiten wie meine Eltern, wollte ich nicht.
Doch als es Anfang der neunziger Jahre der Firma nicht besonders gut ging, wollte Alexandra Knauer mithelfen, diese wieder zum Erfolg zu führen. Also stieg sie 1994 doch in das elterliche Unternehmen mit ein. Schon ein Jahr später übernahm sie die Position ihrer Mutter und arbeitete neben ihrem Vater als Geschäftsführerin. Der übergab - 1998 - seinen Geschäftsführerposten an einen externen, familienfremden Mitarbeiter. Und im Jahr 2000 wurde die Firma ganz auf Alexandra Knauer übertragen:
O-Ton
Zum einen war mir schon bewusst auch, was für ein enormes Maß an Verantwortung ich dann hier trage, auch für die Mitarbeiter, für die ganze Firma, für das Lebenswerk meiner Eltern. Zum anderen ist es natürlich auch ´ne Superchance, ganz schnell dann die Möglichkeit auch zu haben die Karriereleiter hinauf zu klettern.
Doch der Weg nach oben war ein über mehrere Jahre dauernder Prozess für alle Beteiligten. Alexandra Knauer führte ein Qualitätsmanagementsystem ein, wodurch sich gleichzeitig viele Strukturen im Unternehmen veränderten. Verantwortung wurde klarer festgelegt, Aufgaben stärker definiert und Vertretungsregeln wurden transparenter gemacht. Dies brachte mehr Handlungsfreiräume für den Einzelnen und löste den bisher eher patriarchalischen Führungsstil ab. Ein Lernprozess für die Mitarbeiter, aber auch das Verhältnis zwischen Vater und Tochter blieb von den Veränderungen nicht unberührt.
O-Ton
Wir haben ja nicht nur hier dieses berufliche Verhältnis, was dann neu dazukam, sondern natürlich auch das Vater-Tochter-Verhältnis und das musste sich auch entwickeln. Also, ich wäre nicht erfolgreich gewesen, wenn ich gesagt hätte, ich will immer die brave Tochter sein, oder so.
Und damit die Übernahme nicht an den persönlichen Hürden scheiterte, holten sich Vater und Tochter einen Unternehmensberater in die Firma. Er begleitete die Veränderungsprozesse, frei von Emotionen, und unterstützte Alexandra Knauer, ihren Weg weiter zu gehen.
O-Ton
Ich habe trotzdem dann auch viel gearbeitet, als ich hier angefangen hab. Jetzt hab ich Familie auch, zwei kleine Kinder, und deswegen arbeite ich jetzt nur noch reduziert - oder nur noch für eine Person.



Vom Vater auf die Tochter